Kontroverse Tipps für Startups um Geld zu sparen
März 13th, 2008 | by Michael Wuensch |Jason Calacanis, der Gründer von Mahalo, hat einen Artikel mit dem Titel “How to save money running a startup” (Wie man bei einer Startup-Firma Geld sparen kann) in seinem Blog veröffentlicht, der zur Zeit sehr kontrovers in der englischsprachigen Blogszene diskutiert wird (1, 2, 3, 4, 5).
Doch zuerst zusammengefasst zu seinen Aussagen. Calacanis bezieht sich mit seinen Spartipps auf zwei Bereiche, einerseits auf die bürotechnische Ausstattung und andererseits auf die Mitarbeiter.
Bezüglich der bürotechnischen Ausstattung nennt Calacanis u.a. die Spareffekte durch die Beschaffung von Macintosh Computer, die Bereitstellung eines zweiten Monitors an den Arbeitsplätzen, den Kauf billiger Arbeitsplatztische, aber teurer und ergonomischer Bürostühle, die Vermietung von Bürofläche an andere (Firmen), das Ausgliedern des Personalreferats und der Kostenstelle, die Benutzung von Google Docs anstatt Microsoft Office auf jedem Büro-PC, die Benutzung von GMail anstatt der Installation eines Exchange Servers, kein Telefonsystem anzuschaffen, da eh jeder ein eigenes Handy hat bzw. Chats und IM benutzt, die Anschaffung einer teuren und guten Espresso Maschine, sowie eines Kühlschranks mit Erfrischungsgetränken.
Soweit so gut. Doch der letzte Punkt leitet auch über zum anderen Bereich, nämlich dem der Mitarbeiter. Denn als Grund für die Anschaffung der Espresso Maschine und den Erfrischungsgetränken nennt Calacanis nicht wie man meinen könnte den motivationssteigernden Kaffee zwischendurch, sondern dass die Mitarbeiter dadurch abgehalten werden, zum Coffeeshop um die Ecke zu gehen, was (Arbeits-) Zeit kostet. Weiter führt er u.a. aus, ein Mittagessen-Buffet im Büro bereitzustellen, und währenddessen auch gleich Meetings abzuhalten, denn das spare gegenüber dem außer Haus essen Zeit ein. Der umstrittenste Punkt seiner Ausführungen ist jedoch die Aussage, Mitarbeiter zu feuern, die keine Workaholics sind die ihren Job nicht lieben.
Angesichts dessen, dass die Mitarbeiter von Online-Startups ein wichtiges “Firmenkapital/-potenzial” darstellen, sind die Vorschläge aus der Sichtweise des Unternehmers spontan zu verstehen. Weitsichtig betrachtet geht es aber doch auch um die Identifikation der Mitarbeiter mit der Firma und um Faktoren, die die Mitarbeiterzufriedenheit stärken. Beim Lesen der Vorschläge von Calacanis beschleicht einen aber vielmehr das Gefühl, dass er Mitarbeiter und bürotechnische Medien auf eine Ebene stellt, die nur dazu da sind um sie nutzbringend einzusetzen. Auf lange Sicht hin, erscheint mir dies nicht sehr erfolgsversprechend. Vielleicht auch aus diesem Grund hat Calacanis im nachhinein seine Aussagen an einigen Stellen relativiert. Inzwischen haben sich auch aktuelle und ehemalige Mitarbeiter in ihren Blogs in die Diskussion eingeschaltet (1, 2, 3, 4, 5, 6). Insgesamt also eine sehr interessante Diskussion, die hinter die Kulissen der Web 2.0 Startups blicken lässt, auch im positiven Sinne.
Strategische Mittel für Firmen, um Identifikation zu schaffen, sind unter anderem auch das gemeinsame Erstellen eines Firmen-Leitbilds und das initiieren von Befragungen zur Mitarbeiterzufriedenheit.
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Tags: Startup


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2 Responses to “Kontroverse Tipps für Startups um Geld zu sparen”
By Hypotheken on Nov 5, 2009 | Reply
Great points! I am not a star in german, but I can read it :) Good tips you share here for saving more money
By mastering studio on Jan 21, 2010 | Reply
Ein sehr informativer Artikel!